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		<title>Programmwiederholung</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 11:16:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>barbarakaufmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Der halbherzige Versuch einer Lösung für die Freien MitarbeiterInnen ist 2004 schon einmal gescheitert. Trotzdem scheint sich die Geschäftsführung aktuell daran zu orientieren. Es soll nicht gerade die angenehmste Zeit im Haus gewesen sein. Jener Herbst 2003, als Listen erstellt &#8230; <a href="http://barbarakaufmann.wordpress.com/2012/02/03/programmwiederholung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=barbarakaufmann.wordpress.com&amp;blog=31102627&amp;post=243&amp;subd=barbarakaufmann&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der halbherzige Versuch einer Lösung für die Freien MitarbeiterInnen ist 2004 schon einmal gescheitert. Trotzdem scheint sich die Geschäftsführung aktuell daran zu orientieren.<br />
</strong></p>
<p>Es soll nicht gerade die angenehmste Zeit im Haus gewesen sein. Jener Herbst 2003, als Listen erstellt wurden, auf denen man jene Freie MitarbeiterInnen vermerkte, die mit Jahreswechsel im ORF im Rahmen einer groß angelegten Anstellungswelle Fixverträge erhalten sollten. Aus einer verschworenen Gemeinschaft an so genannten &#8220;ständigen Freien&#8221;, die jahrelang bestens zusammengearbeitet hatte, wurde über Nacht plötzlich eine Gruppe, die miteinander um eine abgesicherte Zukunft im Unternehmen konkurrierte. Das Arbeitsklima litt darunter. Eingespielte Redaktionsteams wurden entzweit. Und nicht wenigen Freien von heute auf morgen ans Herz gelegt, das Haus zu verlassen. Nachdem sie ohnehin keine Chance hätten, auf besagte Listen zu kommen. Viele gingen. Nur um in den kommenden Jahren wieder zurückgeholt zu werden. Denn bereits im April 2004 debattierte man im ORF Stiftungsrat über die zusätzliche Anmietung von Personal via Leasingfirmen. Trotz der über 1000 Anstellungen war klar, dass die Gesamtanzahl der MitarbeiterInnen nicht ausreichen würde, um das Programm wie bisher zu füllen.</p>
<p>Seit damals sind exakt 8 Jahre vergangen. In dieser Zeit sah sich das Unternehmen gezwungen, seinen Sparkurs zu verschärfen. Etliche Dienstposten wurden gestrichen, die ArbeitnehmerInnen mit Golden Handshakes verabschiedet oder in Frühpension geschickt. Kaum ein Posten wurde nachbesetzt. Selbst Karenzvertretungen gab und gibt es nur in wenigen Ausnahmefällen. Dabei wurde die Arbeit durch die Ausweitung des Online-Angebotes, die Schaffung neuer Spartenkanäle und durch Zusatzangebote wie etwa den Ö1 Club samt zugehöriger Clubzeitschrift konstant mehr. Die Vorstellung des Personalbüros, dass das tägliche Pensum nach Postenreduktion auf die verbleibenden RedakteurInnen aufgeteilt werden sollte, wurde von der Realität bald ad absurdum geführt. Spätestens wenn etwa eine ehemals drei Personen umfassenden Redaktion durch Pensionierungen und Handshakes zu einem Ein-Mann-Team zusammenschrumpft, kann diese Rechnung nicht mehr aufgehen.</p>
<p>Also sind die Freien wieder herzlich willkommen im Unternehmen. Wenn auch nicht offiziell. Denn das ausgemachte &#8220;Wording&#8221;, wie das im PR-Sprech so schön heißt, lautet: das Freie MitarbeiterInnen-Problem wurde 2004 vom ORF zufriedenstellend durch die Anstellungswelle gelöst. Freie MitarbeiterInnen gibt es angeblich nur noch in geringem Ausmaß im Haus. In der Masse, in der sie anno 2012 tatsächlich für den ORF und da vor allem für den Hörfunk tätig sind, existieren sie für die Geschäftsführung schlicht nicht. Die Ursache für diese beharrliche Realitätsverweigerung ist schnell gefunden: Geld. Während bei Sendungen wie dem Society-Magazin &#8220;Chili&#8221; eher geklotzt als gekleckert wurde, Studioneubau inbegriffen, betrachtet man den Hörfunk und da vor allem das werbefreie Ö1 als Kostenproblem und gerne auch als Luxusprodukt. Falls man aufmuckt, werden vom Gegenüber auch schon mal bekannte Bedrohungsszenarien entworfen. Von einer Kürzung der Sendungen mit Wortanteil ist dann die Rede. Oder davon, dass eigentlich auch vermehrt Wiederholungen bereits produzierter Sendungen on Air gehen könnten.</p>
<p>Führt man diesen Gedanken ernsthaft fort, bedeutet er nicht mehr und nicht weniger als das Ende des Senders. Denn mehr Musik und weniger Wort heißt weniger RedakteurInnen. Für Wiederholungen in der Endlosschleife braucht man keine SendungsleiterInnen mehr. Für ein Programm, das vom Hörer nicht mehr als solches erkennbar ist, benötigt es eigentlich auch keine eigene Senderchefin. Und wenn es keine SenderchefInnen mehr gibt, wozu dann noch eine eigene Direktion? Vielleicht führen solche Überlegungen in der Geschäftsführung zu einem Perspektivenwechsel und einer Verschiebung der Prioritäten. Und zwar zu Gunsten der Programm machenden &#8211; bei Ö1 größtenteils Freien &#8211; MitarbeiterInnen.</p>
<p>Doch für diese konstruktive Sicht der Dinge bräuchte es dringend einen Paradigmenwechsel im Denken der Verantwortlichen am Küniglberg. Und die Erkenntnis, dass Ö1 kein Kostenproblem, sondern ein beeindruckendes, europaweit einzigartig erfolgreiches Modell eines Kultursenders darstellt. Wie der gestern veröffentlichte Radiotest wieder einmal untermauert hat. Tatsächlich ist das 100prozentig öffentlich-rechtliche Programm von Ö1 weiterhin eines der besten Argumente des Senders, um zB die kürzlich beschlossenen Gebührenerhöhungen zu rechtfertigen. Und auch bei den Bemühungen des Unternehmens um permanente Gebührenrefundierung sind es Sendereihen wie jene auf Ö1, mit denen gerne der Wert des Programmes unterstrichen wird. Da wäre es doch eigentlich naheliegend, einen Teil des Budgets für jene Menschen zu verwenden, die dieses Programm täglich gestalten.</p>
<p>Stattdessen wird vom Radiodirektor dieser Tage via Presse wieder ein Lösungsvorschlag präsentiert, der nur für eine kleine Zahl an Freien MitarbeiterInnen eine geringfügige Verbesserung ihrer Situation bringen könnte. Von Pauschalverträgen für einige wenige, die ihren &#8220;Mittelpunkt&#8221; im ORF haben, ist die Rede. Und von &#8220;50-100 MitarbeiterInnen&#8221;. Zahlenspiele, die angesicht der weitaus größeren Zahl Betroffener unter den Freien die berechtigte Frage aufkommen lässt, ob ihre Forderung nach einer fairen Entlohnung der Arbeit a l l e r ORF-MitarbeiterInnen auch wirklich verstanden wurde.</p>
<p>Dabei sollte die Geschäftsführung des ORF doch aus ihren Fehlern von 2004 gelernt haben. Und wenn sie diese nicht mehr in Erinnerung hat, einen Blick auf die jüngsten Ereignisse im Haus werfen. Dann müsste ihr eigentlich klar werden, dass statt &#8220;<em>teile und herrsche</em>&#8221; eine andere Strategie im Zusammenhang mit ihren revoltierenden MitarbeiterInnen weitaus erfolgsversprechender verlaufen würde: <em>If you can&#8217;t beat them, join them!</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/barbarakaufmann.wordpress.com/243/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/barbarakaufmann.wordpress.com/243/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/barbarakaufmann.wordpress.com/243/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/barbarakaufmann.wordpress.com/243/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/barbarakaufmann.wordpress.com/243/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/barbarakaufmann.wordpress.com/243/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/barbarakaufmann.wordpress.com/243/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/barbarakaufmann.wordpress.com/243/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/barbarakaufmann.wordpress.com/243/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/barbarakaufmann.wordpress.com/243/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/barbarakaufmann.wordpress.com/243/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/barbarakaufmann.wordpress.com/243/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/barbarakaufmann.wordpress.com/243/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/barbarakaufmann.wordpress.com/243/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=barbarakaufmann.wordpress.com&amp;blog=31102627&amp;post=243&amp;subd=barbarakaufmann&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Protest gehört verstanden!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 00:09:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>barbarakaufmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Protest der Freien MitarbeiterInnen des ORF am vergangenen Freitag war weder spontan noch eine fröhliche Spassaktion. Er war viel mehr eine längst fällige, sichtbare Reaktion auf unhaltbare Zustände. Zugegeben. Es ist schwer eine sinnvolle Antwort auf eine Frage zu &#8230; <a href="http://barbarakaufmann.wordpress.com/2012/01/23/protest-gehort-verstanden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=barbarakaufmann.wordpress.com&amp;blog=31102627&amp;post=151&amp;subd=barbarakaufmann&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Protest der Freien MitarbeiterInnen des ORF am vergangenen Freitag war weder spontan noch eine fröhliche Spassaktion. Er war viel mehr eine längst fällige, sichtbare Reaktion auf unhaltbare Zustände.<br />
</strong></p>
<p>Zugegeben. Es ist schwer eine sinnvolle Antwort auf eine Frage zu geben, die man nicht gehört hat. Entweder weil man sie nicht hören konnte oder nicht hören wollte. Die Fragen, die letzten Freitag an den Generaldirektor des ORF gestellt wurden, konnte, wer wollte, vor Ort schwarz auf rot nachlesen. Aber offenbar war dafür keine Zeit. Der lapidare Kommentar des Direktors zu den Forderungen seiner MitarbeiterInnen lautete sinngemäß wie folgt: für die Verbesserung der finanziellen Situation der vielen ORF Freien ist momentan kein Geld vorhanden. Erst müsste die Gebührenrefundierung an den ORF permanent erfolgen und dann, ja dann vielleicht. 2014. Oder so.</p>
<p>Nun ist das in etwa so, als ob ein Vater seinem Sohn auf die Forderung nach mehr Taschengeld antworten würde, dass er sich doch an seinen Arbeitgeber wenden soll. Und mit ihm verhandeln. Die Vorzimmer der größeren Betriebe dieses Landes wären bald übersät mit Schulkindern, die ungeduldig zappelnd auf einen Termin bei Papas Chef warten würden.</p>
<p>Die Freien MitarbeiterInnen des ORF sind jedoch weder Schulkinder, die um mehr Taschengeld bitten noch eine anarchistische Chaos- oder Spaßtruppe. Sie würden auch lieber anstatt Nächte lang Treffen abzuhalten und ihren Protest zu organisieren nur das tun, wofür sie momentan mehr schlecht als recht bezahlt werden: arbeiten. Und zwar für den ORF. Denn all diese Menschen, Männer wie Frauen, Endzwanziger wie Mittfünfziger, eint bei aller Unterschiedlichkeit doch eines: sie machen ihren Job sehr gern. Vielleicht zu gern, wie die viel zu lang erfolgte Akzeptanz der Arbeitsbedingungen demonstriert. Viele halten ihn sogar für den besten Job der Welt. Alle, ausnahmslos alle, sind Idealisten.</p>
<p>Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die atmosphärisch dichte Gesellschaftsbeiträge macht. Der auch in Universitätskreisen hoch geschätzte Wissenschaftsmitarbeiter, der exzellent recherchierte Sendereihen produziert. Die junge Uniabsolventin, die auch am Wochenende verlässlich für die Abwicklung preisgekrönter Sendungen sorgt. Der Feature-Spezialist, dessen Arbeiten auch in Deutschland hoch gelobt werden und für das gute Renommee des erfolgreichsten europäischen Kultursenders zu großen Teilen mitverantwortlich sind. Sie alle kennen keine Stechuhr, keinen Dienst nach Vorschrift. Sie sitzen um diese Uhrzeit, spät am Sonntagabend zu Hause oder im Funkhaus und recherchieren oder arbeiten an ihrer nächsten Sendung. Ihr Output ist zu 100 Prozent öffentlich-rechtlich, weil er seine KonsumentInnen weiterbildet, mitnimmt auf Reisen in andere Welten oder sie auf höchstem Niveau unterhält.</p>
<p>Sie alle gehören zum ORF. Sind Teil des Senders, machen sein Programm. Und alles, was sie dafür wollen, ist eine faire und gerechte Entlohnung. Eine, die sich an internationalen Maßstäben messen lässt. Damit sich der Honorarkatalog von Deutschen Sendern im Vergleich nicht wie ein Science Fiction/Fantasy Roman für sie liest. Damit sie nicht monatlich zittern müssen vor unvorhersehbaren Imponderabilien wie Krankheit oder verschobenen bzw. abgesagten Interviewterminen. Damit ihr Selbstwert nicht ständig in Frage gestellt wird. Denn natürlich lautet die Botschaft einer Honorarnote, deren Summe nicht einmal annähernd in Relation zur erbrachten Leistung steht, implizit: mehr bist du uns nicht wert!</p>
<p>Nun waren die Wortmeldungen des Generaldirektors des führenden Leitmediums dieses Landes zur Situation seiner Freien MitarbeiterInnen &#8211; denn es sind &#8220;seine&#8221;, weil sie zu jenem Medienkonzern gehören, den er nach wie vor leitet &#8211; recht spärlich: &#8220;Eine Anstellungswelle ist in nächster Zeit nicht möglich!&#8221; Eine Welle ist ein gar mächtiges Bild für einige wenige, im Ganzen vielleicht an die 150 MitarbeiterInnen, die im konkreten Fall betroffen sind. Noch dazu war in dem Forderungspapier, das so gewissenhaft am Freitag vor der Stiftungsratssitzung verteilt wurde, nicht die Rede von Anstellungen. (Er hätte es eben doch lesen sollen!)</p>
<p>Tatsächlich wollen viele der Freien gar keine sofortige Anstellung. Sie möchten nur nicht in dem Wissen ihre Arbeit erledigen, dass der/ die angestellte Kollege/Kollegin am Platz neben ihnen für die exakt selbe Tätigkeit das nahezu doppelte bekommt. Wobei die altgediente und erfolgreiche Strategie &#8220;divide et impera&#8221; also  &#8220;teile und herrsche&#8221;nicht funktionieren wird. Denn abgesehen davon, dass ein großer Teil der Angestellten  moralisch die entstandene Zweiklassengesellschaft zutiefst ablehnt, neidet kein einziger Freier Mitarbeiter/ keine einzige Freie Mitarbeiterin, den/die ich persönlich kenne &#8211; und das sind durch die jüngsten Entwicklungen nicht wenige &#8211; den Angestellten ihre Position.</p>
<p>Auch ich bin überzeugt davon, dass alle vom Unternehmen angestellte KollegInnen ihr Gehalt redlich verdienen. Selbst in diesen Tagen, in denen Boulevardmedien scheinbar Jagd auf die bestbezahlten ORF-MitarbeiterInnen machen, schockieren mich die kolpotierten Zahlen nicht oder lösen gar Unverständnis aus. Weil ich weiss, was dafür täglich geleistet wird und diese Summen absolut gerechtfertigt finde. Auch das Gehalt des Generaldirektors ist im internationalen Vergleich verdient. Aber ebenso bin ich verdammt noch mal überzeugt davon, dass es meine hart arbeitenden Freien Kolleginnen und Kollegen längst verdient hätten, dass ihr unermüdlicher Einsatz für die Radio- und Fernsehprogramme des ORF in einem Maß entlohnt wird, das ihnen ein halbwegs abgesichertes Leben ermöglicht. Denn alles andere ist eines öffentlich-rechtlichen Unternehmens nicht nur unwürdig. Es ist schlicht eine Schande!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/barbarakaufmann.wordpress.com/151/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/barbarakaufmann.wordpress.com/151/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/barbarakaufmann.wordpress.com/151/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/barbarakaufmann.wordpress.com/151/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/barbarakaufmann.wordpress.com/151/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/barbarakaufmann.wordpress.com/151/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/barbarakaufmann.wordpress.com/151/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/barbarakaufmann.wordpress.com/151/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/barbarakaufmann.wordpress.com/151/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/barbarakaufmann.wordpress.com/151/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/barbarakaufmann.wordpress.com/151/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/barbarakaufmann.wordpress.com/151/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/barbarakaufmann.wordpress.com/151/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/barbarakaufmann.wordpress.com/151/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=barbarakaufmann.wordpress.com&amp;blog=31102627&amp;post=151&amp;subd=barbarakaufmann&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schlechte Väter</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 17:17:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>barbarakaufmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Niko Pelinka und die rappenden Blockstars haben etwas gemeinsam: sie sind umgeben von schlechten Mentoren Ein junger Mann taumelt verwirrt über die verschneiten Wiesen eines Bergbauernhofes. Er hat seine Baseballkappe tief ins Gesicht gezogen, die Hände in den weiten Hosen. &#8230; <a href="http://barbarakaufmann.wordpress.com/2012/01/14/schlechte-vater/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=barbarakaufmann.wordpress.com&amp;blog=31102627&amp;post=75&amp;subd=barbarakaufmann&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Niko Pelinka und die rappenden <em>Blockstars</em> haben etwas gemeinsam: sie sind umgeben von schlechten Mentoren<br />
</strong></p>
<p>Ein junger Mann taumelt verwirrt über die verschneiten Wiesen eines Bergbauernhofes. Er hat seine Baseballkappe tief ins Gesicht gezogen, die Hände in den weiten Hosen. Daniel, 25, geht es nicht gut. Er murmelt unzusammenhängende, wirre Wortfetzen vor sich hin. Etwas abseits stehen seine Kollegen. Hilflos. Einer schüttelt den Kopf. &#8220;Ey, der spinnt der Alte.&#8221;</p>
<p>Daniel ist Kandidat in der ORF Show <em>Blockstars</em>. Von der ersten Folge an ist der hagere junge Mann aus Oberösterreich aufgefallen. Durch coole Sprüche und unangepasstes Verhalten. Während die anderen auf  klassische gruppendynamische Parolen wie &#8220;Einer für alle!&#8221; etc. eingeschworen wurden, tanzte er immer wieder aus der Reihe. Kam und ging, wann er wollte, machte beim Aufräumen der Show-WG nicht mit, verließ das Projekt, um wenig später ohne Erklärung wieder zurück zu kehren. Nicht lange und er war der offizielle Buhmann der Show, der &#8220;Asoziale&#8221; wie ihn die anderen gerne titulierten.</p>
<p>Nun ist das durchaus Teil des Konzepts der Sendung: Der Berliner Rapper Sido wählte absichtlich sozial benachteiligte Jugendliche aus, um ihnen &#8220;eine Chance zu geben&#8221;. Sido wiederholt diesen Satz in jeder Folge der Show. Ein etwas zweifelhaftes Mantra der Hilfsbereitschaft. Denn Sido mag ein talentierter Rapper und amüsanter Showmaster sein, Sozialarbeiter oder Psychologe ist er keiner. Gerne mimt er indessen bei den Blockstars den väterlichen Freund. Gewürzt mit einer Prise Größenwahn (&#8220;Sido ist Gott&#8221;) vermittelt er den Kandidatinnen und Kandidaten gekonnt, er würde ihnen zu einem neuen, besseren Leben verhelfen. Dabei war nicht nur für Kenner des Musikgenres von Anfang an klar, was mittlerweile jede/r aufmerksame ZuseherIn des Formats verstanden haben müsste: der einzige, dem die Show hilft, ist Sido selbst.</p>
<p>Er gewinnt noch mehr Medienpräsenz, verkauft vielleicht noch ein paar zusätzliche Konzerttickets oder Tonträger seines neuen Albums. Und ganz gleich wie die anvisierte &#8220;große Karriere&#8221; der <em>Blockstars</em> tatsächlich verlaufen wird: Sido bleibt Sido. Ein erfolgreicher, gut situierter Rapper. Sein Status innerhalb der Branche war und ist keine Sekunde durch die ORF Show gefährdet.</p>
<p>Same time, same station: Ein paar Türen weiter vom Produktionsbüro der <em>Blockstars</em> sitzt dieser Tage Alexander Wrabetz den größten Konflikt seiner gesamten Amtszeit aus. Sein voreilig publik gemachter Wunsch, Niko Pelinka zu seinem neuen Büroleiter zu machen, hatte eine ungeahnte Welle des Protests zur Folge. Und ein Ende ist noch lange nicht abzusehen.</p>
<p>Innerhalb des Hauses formiert sich seit Wochen durchaus ernst gemeinter und ernst zu nehmender Widerstand gegen die Personalentscheidung des Generaldirektors. Quer durch alle Redaktionen des Hörfunks und des Fernsehens werden die Stimmen immer lauter, die Wrabetz&#8217; Wahl kritisieren. Seinen Rücktritt fordert jedoch kaum eine/r. Eines scheint klar: Alexander Wrabetz ist und bleibt Generaldirektor. Egal, wie und ob die Bestellung von Niko Pelinka über die Bühne gehen wird.</p>
<p>In einer Sache ähneln sich der smarte Generaldirektor Wrabetz und der coole Rapper Sido also durchaus: beide bleiben in ihren Machtpositionen unantastbar, während sie den Ruf und die Karriere ihrer Schützlinge riskieren.</p>
<p>Natürlich enden die Ähnlichkeiten zwischen Blockstar Daniel und dem Ex-Stiftungsrat Pelinka bei ihrem Alter: beide sind 25. Sowohl, was soziales Umfeld und Werdegang betrifft, haben sie nichts gemeinsam. Außer dass sie augenblicklich schlecht beraten sind. Von Mentoren, die sich als unverantwortlich, weil nur sich selbst gegenüber verpflichtet präsentieren.</p>
<p>Im Falle von Blockstar Daniel hat dies bereits dramatische Konsequenzen. Der junge Nachwuchsrapper &#8220;spinnt&#8221; nämlich nicht. Der ehemalige Drogenabhängige hat aufgrund des Stress zuviele Drogenersatzmittel geschluckt, die ihm eigentlich dabei helfen sollten, seine Sucht zu bekämpfen. Nun hat auch Sido ein Einsehen und schickt ihn, wie er in der Sendung und in einem <em>Österreich</em>-Interview verkündet, auf Entzug. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Schaden für den jungen Mann aber bereits beträchtlich. Denn wer wird den Arbeitssuchenden später einstellen, ohne an jene Bilder denken zu müssen, die ihn minutenlang in der Nahaufnahme während einer schweren psychischen Krise zeigten?!</p>
<p>Die Kameras abzuschalten war für seinen Mentor keine Option. Ebensowenig wie Alexander Wrabetz es dieser Tage für notwendig hält, das Angebot von Niko Pelinka, dessen Bewerbung zurück zu ziehen, anzunehmen. Und sei es nur aus Rücksicht auf den um Jahre jüngeren.</p>
<p>Der Erfolg, heißt es,  hat viele Väter. Das Fiasko um Daniel und Pelinka hat vor allem schlechte.</p>
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		<title>Opferbilanz</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 18:29:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>barbarakaufmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Die wahren Opfer der Causa Pelinka drohen auf der Strecke zu bleiben. 1) Heinz Sichrovsky: Der Mann mit dem Stecktuch, der mehr vom schreiberischen Genie zum Journalismus gekommen ist und die NEWS Kulturseiten gerne als feingeistiges Feuilleton verkauft, hats dieser &#8230; <a href="http://barbarakaufmann.wordpress.com/2012/01/09/opferbilanz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=barbarakaufmann.wordpress.com&amp;blog=31102627&amp;post=35&amp;subd=barbarakaufmann&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die wahren Opfer der Causa Pelinka drohen auf der Strecke zu bleiben.<br />
</strong></p>
<p><strong><strong>1) Heinz Sichrovsky: </strong></strong>Der Mann mit dem Stecktuch, der mehr vom schreiberischen Genie zum Journalismus gekommen ist und die NEWS Kulturseiten gerne als feingeistiges Feuilleton verkauft, hats dieser Tage schwer. Jahrelang hat er sich erfolgreich, wenn auch nicht immer diskret, an die Crème de la Crème der hiesigen Literaturszene rangemacht. War auf Du und Du mit Handke, Haslinger und Roth und erweckte gerne den Eindruck, diese Liebe beruhe durchaus auf Gegenseitigkeit. Nun schreibt ausgerechnet in seiner Hauspostille ein Kollege über die von ihm groupieesk verehrte Säulenheilige Elfriede Jelinek, sie sei eine &#8220;völkische Beobachterin&#8221;. Tja, die nächste Homestory bei der Literaturnobelpreisträgerin wird wohl platzen&#8230;</p>
<p><strong>2) Sido:</strong> Der liebenswert penetrante Berliner Rapper müht sich scheinbar umsonst seit Wochen damit ab, in der ORF-Show &#8220;Blockstars&#8221; sozial benachteiligten Jugendlichen Sätze zu entlocken, die sich irgendwie reimen. Als hipper Heilsbringer &#8211; so das Konzept der Sendung &#8211; soll er eine Hip Hop Crew aus ihnen formen und dabei zeigen, dass Rapmusik kann, wofür man bisher dachte, ausgebildete SozialarbeiterInnen, PsychotherapeutInnen oder Bewährungshelfer zu brauchen. Ob Alkoholabhängigkeit, Drogenmissbrauch oder ein manchmal etwas indifferentes Verhältnis zur Gewalt (&#8220;Oida, soll i da a Bier ins Maul stopfen?!&#8221;) &#8211; Sido nimmt sich allem an. Seine Mission: er will jene am äußersten Rand der Gesellschaft mit aller Kraft ins Rampenlicht zerren. Wenns sein muss, auch gegen ihren Willen. Doch er hat nicht mit Bernhard Heinzelmeier gerechnet. Dieser leitet nicht nur eine Trendagentur, ist also ganz nah dran an den Teenies, er zeigt im <em>Standard</em> auch auf, wer tatsächlich in diesem Land chancenlos ist und Hilfe braucht: der oder die JungpolitikerIn. Dagegen ist die Sido-Truppe bitteschön ein Haufen Simulanten.</p>
<p><strong>3) Die Karmasins:</strong> Man hat bekanntlich die Qual der Wahl. Die Ewings oder die Carringtons, die Channings oder die Forresters? Welcher Fernseh-Clan hat am meisten Glamour, Drama und zwischenmenschliche Tragödien zu bieten? Welche Familie ist charismatischer, zieht einen stärker in ihren Bann? Das Schicksal der Karmasins schien wie gemacht für die große Leinwand &#8211; oder zumindest viele, viele Folgen einer ORF/ZDF Nachmittags-Telenovela. Helene, Fritz, Matthias und Sophie, das hatte Soap-Potential vom Feinsten. Das versprach eine packende Saga um Cluster, Stichprobenauswertung und das Geheimnis der multivariaten Normverteilung. Doch nun drohen sie von einem anderen Clan von den Bildschirmen und Titelblättern dieses Landes verdrängt zu werden. Die Pelinkas versus die Karmasins, das ist Brutalität. Denn diese beiden Familien rivalisieren nicht um Ölquellen, Modeimperien oder Weingüter, nein, hier geht es um mediale Omnipräsenz, um uneingeschränktes Expertentum. Und letztlich darum, zu bestimmen, was Meinung ist, noch bevor es die Betroffenen selbst wissen.</p>
<p><strong>4) Wolfgang Fellner:</strong> Was hat dieser Mann nicht alles durchgemacht?! Sucht man nach Opfern in der gegenwärtigen heimischen Publizistik, darf er nicht fehlen! Angesichts von Klagen und Verleumdungen von allen Seiten, muss man sich berechtigt und mittlerweile täglich besorgt fragen, welche Art von Unbill und Ungemach die Welt für den Macher aller Macher noch bereit hält. Noch ist es unklar, wie ihn die Causa Pelinka persönlich betreffen wird, aber wer Fellner kennt, weiß: Die nächste Gegendarstellung kommt bestimmt!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/barbarakaufmann.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/barbarakaufmann.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/barbarakaufmann.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/barbarakaufmann.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/barbarakaufmann.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/barbarakaufmann.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/barbarakaufmann.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/barbarakaufmann.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/barbarakaufmann.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/barbarakaufmann.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/barbarakaufmann.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/barbarakaufmann.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/barbarakaufmann.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/barbarakaufmann.wordpress.com/35/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=barbarakaufmann.wordpress.com&amp;blog=31102627&amp;post=35&amp;subd=barbarakaufmann&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Niko, take the money and run!</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 00:43:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>barbarakaufmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[In Krisenzeiten muss man nehmen, was man kriegen kann!  Harald Schmidt wusste wies geht. Wann immer ihm Gewinner irgendeiner unsäglichen Casting-Show  als Gäste aufgedrängt wurden, um die Halbwertszeit ihrer Medienpräsenz um ein paar Sekunden zu verlängern, riet er ihnen väterlich: &#8230; <a href="http://barbarakaufmann.wordpress.com/2012/01/04/niko-take-the-money-and-run/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=barbarakaufmann.wordpress.com&amp;blog=31102627&amp;post=11&amp;subd=barbarakaufmann&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Krisenzeiten muss man nehmen, was man kriegen kann! </strong></p>
<p>Harald Schmidt wusste wies geht. Wann immer ihm Gewinner irgendeiner unsäglichen Casting-Show  als Gäste aufgedrängt wurden, um die Halbwertszeit ihrer Medienpräsenz um ein paar Sekunden zu verlängern, riet er ihnen väterlich: Alles an Kohle nehmen, was man kriegen kann!</p>
<p>Wann immer ich Niko Pelinka dieser Tage zu Gesicht bekomme &#8211; natürlich nur via Print, wir wurden einander noch nicht vorgestellt &#8211; möchte ich ihm dasselbe zurufen. Denn irgendwie erinnert er mich frappant an einen Kommilitonen seinerzeit auf der Wiener Filmakademie. Er studierte Filmproduktion, erschien selbst zu den unwirtlichsten Dreharbeiten stets im Anzug und scheiterte einmal in einer Mittagspause an einer Fischsemmel. Er wusste einfach nicht, wie er den aus dem gatschigen Weißbrotdoppeldecker überstehenden Hering essen sollte, ohne sich anzukleckern. Und während alle schmatzten und das kostenlose Essen in sich hinein schlangen, sah ich in seinen Augen die nackte Verzweiflung. Ich organisierte ihm schnell einen der wenigen Pappteller und half ihm, den Hering in kleine mundgerechte Häppchen zu schneiden und ich schwöre, er war mir ewig dankbar. In der Zwischenzeit ist er nach einem kurzen recht erfolglosen Intermezzo in der Werbung aus der Filmbranche verschwunden. Es heißt, er verkauft jetzt Yachten in Südfrankreich oder Kroatien. Und ich hoffe, er hat mit den dortigen Meerestiergerichten weniger zu kämpfen als seinerzeit mit der nicht mehr ganz frischen Heringsemmel.</p>
<p>An diesen vielversprechenden ehemaligen Mitstudenten muss ich unwillkürlich denken, wenn mir Niko Pelinka dieser Tage aus dem kritischen Medien-Feuilleton entgegen grinst und sofort mache ich mir Sorgen. Denn was soll um Himmels Willen aus diesem jungen Mann mit dem arglosen Dr.Best-Lächeln und der gegelten 50er Jahre &#8220;Mad Men&#8221;-Tolle werden, wenn die aktuellen Proteste der ORF Belegschaft fruchten und er gegen die angeblich rund 3000 MitbewerberInnen für seinen Job den Kürzeren zieht? Kann man denn überhaupt davon ausgehen, dass er versteht, was vor sich geht? Hat er denn nicht immer brav und folgsam getan, was ihm gesagt wurde? Jeden Posten angetreten, der ihm am Namenstag zu Nikolaus im Krampussackerl &#8211; auch die Familie Pelinka hat Sinn für Humor &#8211; überreicht wurden? Und artig gelauscht, was ihm der Heilige Mann aus seinem Goldenen Buch vorgelesen hat? Und dafür soll er jetzt bestraft werden? Ja, kann man denn niemandem mehr glauben?</p>
<p>Ich arbeite auch im Zweitjob, wie wir prekär Beschäftigten unser Prekariat gerne elegant umschreiben, beim Kunst- und Kultursender Ö1. Und ich liebe es. Es ist nach dem Filmemachen ernsthaft die schönste Tätigkeit der Welt. Radio ist ein durch und durch sinnliches Medium. Und wenn man für Ö1 arbeitet, bedeutet das (noch) Freiheit. Als InterviewpartnerIn wählen zu dürfen, wer aktuell der oder die Beste seines oder ihres Faches ist. Themen zu behandeln, die einem relevant erscheinen. Musik zu spielen, die aufgrund ihrer Qualität überzeugt. Ohne auf Chartplatzierungen schielen zu müssen, die Werbekunden im Auge zu haben oder die Quote bedienen zu müssen. Ö1 ist Qualitätsjournalismus in seiner reinsten Form und das bedeutet Freiheit. Und Freiheit kostet. Im Einzelfall eben auch ein finanziell abgesichertes Leben.</p>
<p>Natürlich würde ich es lieber sehen, wenn der ORF GD anstatt des jungen Nikos ein paar meiner kompetenten, erfahrenen KollegInnen einstellen &#8211; soll in ihrem Fall heißen an-stellen würde &#8211; die teilweise seit Jahren ihre Arbeit als sozial und rechtlich wenig abgesicherte Freie MitarbeiterInnen erledigen und für die das &#8220;Durchwurschtln&#8221; zum traurigen Alltag geworden ist. Aber auf der anderen Seite ist dieser Vergleich nicht fair. Denn all diese Kolleginnen und Kollegen haben nachweisliche Qualifikationen für ihren Job. Einschlägige Studien abgeschlossen oder Journalismus-Fachhochschulen besucht. Manche von ihnen sogar Post-Graduate Lehrgänge, für die sie zusätzliche Jobs angenommen haben, um sich die Ausbildung überhaupt leisten zu können. Sie haben zahllose Praktika absolviert oder Volontariate in den besten Medien des Landes hinter sich gebracht. Und sie verfügen vor allem über Praxis-Erfahrung. Nicht wenige von ihnen arbeiten für preisgekrönte Sendereihen oder sind selbst GewinnerInnen renommierter Radiopreise.</p>
<p>Kurz gesagt: all diese Kolleginnen und Kollegen verfügen über eine beeindruckende Vita. Lebensläufe, die allgemein verständlich sind und keine Zusatzerklärungen benötigen. Gegen solche Leute hat doch der arme Niko überhaupt keine Chance! Denn wie muss man sich seinen Lebenslauf vorstellen? Ein halbleerer Bogen Papier mit seinem Nachnamen? Fettgedruckt und unterstrichen? Vielleicht noch mit ein paar krakeligen Rufzeichen versehen? Wie soll dieser Junge die heutzutage üblichen Assessment Center überleben? Die beinharten Auswahlprozesse bei jedem Anfängerjob in der Medienbranche? Was wenn das Vorstellungsgespräch in einem Raum stattfindet ohne ausreichenden Handy-Empfang? Wenn er weder Vater noch Onkel noch den Alex anrufen kann, weil es kein Netz gibt?</p>
<p>Grausame Bilder, mit denen man selbst die abgebrühtesten Kids, für die &#8220;Stirb Langsam&#8221; bestenfalls Frühstücksfernsehen ist, zu Tode erschrecken kann. Deshalb, lieber Niko, take the money and run! Gönnen wir ihm doch den Vorzimmerposten beim Alex. Oder beim Werner. Oder bei wem auch immer. Denn was soll sonst in dieser kompetitiven, harten Welt aus ihm werden? Wer wird ihm seine Fischsemmel in mundgerechte Stücke zerteilen? Wenn wir doch alle, egoistisch wie wir sind, mit unserem eigenen Überlebenskampf beschäftigt sind?</p>
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